Bilanzierungstipps

Storno-Risiko eines Versicherungsmaklers

10. September 2012

Storno-Risiko eines VersicherungsmaklersBilanziert ein Versicherungsmakler, muss er erhaltene Provisionen für vermittelte Versicherungen nicht Gewinn erhöhend erfassen, wenn ein Storno-Risiko besteht. Die angefallenen Kosten im Zusammenhang mit der Vermittlung muss er jedoch als unfertige Erzeugnisse aktivieren.

 

Beispiel:

Ein bilanzierender Versicherungsmakler erhält im Dezember Provisionen von 10.000 Euro. Fünf Jahre lang besteht das Risiko, dass er bei Vertragskündigung einen Teil der Provision zurückzahlen muss (so. Storno-Risiko). Kosten im Zusammenhang mit der Vermittlung: 2.000 Euro. Auf den Gewinn hat dieser Geschäftsvorfall wegen des Storno-Risikos folgende Auswirkung:

 

  • Bei Zahlungseingang im Dezember bucht der Versicherungsmakler Bank an Erhalte Anzahlungen. Die Zahlung wirkt sich so also nicht auf den Gewinn aus.
  • Im Folgejahr muss er ein Fünftel – also 2.000 Euro – Gewinn erhöhend auflösen. Dasselbe ist in den nächsten vier Jahren vorzunehmen. Buchung: Erhaltene Anzahlungen an Erlös.
  • Im Jahr des Erhalts der Provision muss der Versicherungsmakler den Aufwand von 2.000 Euro als unfertige Erzeugnisse Gewinn erhöhend aktivieren.
  • Im Folgejahr und in den vier darauf folgenden Jahren ist dieser Bilanzposten jedes Jahr um 400 Euro Gewinn mindernd aufzulösen.

 

Praxis-Tipp:

Diese buchhalterische Abwicklung der Vermittlungsprovision mit Storno-Risiko wurde vom Finanzgericht Münster bejaht (Urteil v. 21.12.2011, Az. 9 K 3802/08 K). Doch der Bundesfinanzhof überprüft diese unternehmerfreundliche Auffassung derzeit in einem Revisionsverfahren (Az. I R 15/12). Aus diesem Grund wird das Finanzamt diese Buchungen möglicherweise ablehnen. Gegen nachteilige Steuerbescheide müssen Sie bis zur Entscheidung durch den Bundesfinanzhofs Einspruch einlegen und einen Antrag auf Ruhen des Verfahrens stellen.

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